N900: Maemo und die Apps

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“Wie verhält sich 5?” und “Wie gut ist das Betriebssystem?” war sicherlich der für mich bis dato spannendste Teil in meinen Tests. Schliesslich hat die Bedeutung, Bedienbarkeit und die Funktionen eines mobile Betriebssytems in letzter Zeit stark zugenommen. Referenzen auf iPhone OS 3.0 und Android erspare ich Euch.

Grundfunktionen eines mobilen OS

Das paradoxe an einem salopp formuliert guten Betriebssystem ist, dass es wenig bis gar nicht auffallen soll – quasi ein Hygienfaktor. So stand zuerst einmal die Überlegung, welche Punkte bzw. Probleme ich von einem Betriebssystem gelöst haben will und welche Erwartungen ich an ein modernes Betriebssystem habe. Für die folgende Liste erhebe ich in keinster Weise den Anspruch der Vollständigkeit, sondern sind dies meine persönlichen (Anwender)-Kriterien, die einen leichten Umgang mit einem Smartphone ermöglichen:

  • Stabilität: Abstürze oder Crashes sind nicht nur auf einem Computer ein Graus -  bei einem Mobiltelefon sind Sie schlichtweg eine Katastrophe
  • Multi-Tasking – wie geht ein Betriebssystem mit parallelem Arbeiten um
  • Benachrichtigungen
  • Konsistente Bedienung des GUI – wie schnell finde ich mich mit der UI zurecht
  • von Drittherstellern (und das Verwalten dergleichen)

Bewusst verzichtet habe ich auf technische Kriterien, wie SDK Verfügbarkeit, APIs oder die Entwicklung von als Betriebssystem. Auch gehe ich nicht auf interne Details oder den Aufbau von ein. Schlicht und einfach, weil ich dafür zu wenig Einblick in habe mir auch die fundierten Kenntnisse fehlen eine Aussage dazu machen.

Paralleles Arbeiten

5 schlägt sich in der vorliegenden Version meines Erachtens nicht allzu schlecht. Es läuft soweit bereits stabil. Während meiner Tests konnte ich bis dato noch keinen Absturz oder Hänger verzeichnen. Die Kombination 5 und Hardware reagiert durchgängig flott. Wie wahrscheinlich hinlänglich bekannt, bietet 5 echtes Multitasking, so wie man es vom PC gewohnt ist. können parallel nebeneinander laufen. Holt man eine in den Vordergrund, laufen andere im Hintergrund weiter. Damit machen Dienste wie Skype erst richtig Spaß. So wird z.B. auch beim Öffnen der Kameraabdeckung eine eigene Applikation parallel gestartet. Zwischen dieser und anderen kann man beliebig hin und her wechseln. Im Task Switcher werden nicht nur Symbole der laufenden angezeigt, sondern Live Previews des aktuellen Bildschirminhaltes dargeboten.

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Sechs parallel mit Live Preview

Benachrichtigungen gehören für mich deswegen in den auserlesenen Kreis der Kriterien, da diese über das gesamte OS funktionieren sollten. Eine nicht gelesene SMS, oder anderwertig verpasste Nachrichten, nur weil man auf diese nicht aufmerksam gemacht wurde, können einem schon sauer aufstoßen. Der obere Teil über Multitasking gibt schon einen Hinweis auf den Umgang mit Benachrichtigungen bei 5. Eingehende und ungelesen SMS, sowie verpasste Anrufe werden über ein eigenes Fenster, ein blinkendes Task Switcher Symbol und eine Blinkleuchte am linken unteren Geräterand signalisiert. Öffnet man den Task Switcher so werden SMS und Gestpräche in Form eines gelben Post-It angezeigt. Erinnerungen bzw. Alarme werden in der gleichen Art dargestellt.

Fazit: Diese Multitasking Implementierung, muss ich überrascht sagen, vermisse ich bereits jetzt am iPhone OS und auch auf Android Geräten.

Benutze mich!

Die Qualität des Graphical User Interface ist quasi das optische Aushängeschild eines jeden Betriebssystems. Mittlerweile kommt bei die GTK+ Library zum Einsatz, um bei der nächsten Version von maemo von qt abgelöst zu werden. Insofern sind die hier getroffenen Aussagen über das User Interface von äußerst vergänglich und sind mit Sicherheit mit der nächsten Version zu revidieren.

Am stehen vier Desktops zur Verfügung, die mit Widgets gefüttert werden können. Programme laufen in eigenen Fenstern, die entweder Fullscreen oder mit der Statusleiste angezeigt werden. Obligatorisch ist das X zum Schließen der jeweiligen Applikation. Mit einem Klick in den unscharfen Hintergrund gelangt man jeweils einen Schritt zurück und hat dadurch seitens des OS die Notwendigkeit für eine physische Rücktaste ersetzt. Die Menüs empfinde ich persönlich als noch zu grob designed und auf gut österreichisch patschert. Das betrifft hauptsächlich das Design und die Bedienbarkeit, die meines Erachtens noch zu sehr am Desktop orientiert ist. Die Lernkurve ist trotzdem sehr steil – hat man mal den grundsätzlichen Aufbau (Desktop, Task Switcher, Programm Menü) verstanden und den Klick in den Hintergrund erlernt, findet man sich schnell zu recht. Die Menüs sind soweit konsistent gehalten, dass man bald erlernte Muster erkennt und anwenden kann. Zur einfachen Bedienung tragen indirekt auch die vielen OS-weiten Shortcuts bei, die man sich gleich von Anfang an einprägen sollte (sowie u.a. auch die schraubende Bewegung mit dem Stift für den Zoom im , den man definitiv erlernen muss – diese Geste ist nicht intuitiv).

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Eines der etwas unbeholfenen Menüs

Apps, Apps, Apps

Wie kein anderes Thema haben Apps die Mobilfunklandschaft in den letzten Monaten geprägt. Sucht man am anfänglich nach einem AppStore so wird man vermeintlich gleich dreimal fündig. So bieten sich OVI Store, Select und der Programmmanager zur Installation von an. Etwas verwirrend für einen Einsteiger, vor allem wenn man zentrale Lösungen wie den AppStore oder Android Market gewohnt ist. Die Verwirrung ist perfekt, da der OVI Store für das noch gar nicht verfügbar ist, Select eigentlich nur eine Webseite mit ausgewählten Programmen ist und man unweigerlich wieder im Programmmanager landet. Eigentlich sind OVI Store und Select zu diesem Zeitpunkt nur Blendwerk – das Tool zum Finden und Installieren ist der Programmmanager, der Linuxerfahrenen bekannt vorkommen sollte. Ist es doch nichts anderes als eine Paketverwaltung. Für Neulinge sei der Prozess kurz erklärt.

Noch kein OVI Store fürs N900

Noch kein OVI Store fürs

Der Programmmanager verwaltet so genannte Programm Kataloge (Software Quellen), die man beliebig hinzufügen kann. Einige vertrauenswürdige Kataloge sind bereits von Haus aus vorkonfiguriert, so empfehlen sich allerdings für Neugierige einige weitere Quellen (z.B. der Extras devel Katalog). Aus diesen Katalogen lassen sich dann Pakete/Programme herunterladen. So wird man z.B. bei der ersten Installation von Firefox für N900 gefragt, ob man den Mozilla Catalog hinzufügen will. Über diese Kataloge werden dann auch Updates der jeweiligen Programme verteilt, wobei dies bei weitem nicht so hübsch geschieht, wie bei anderen OS. So sieht man zwar, welche neue Version verfügbar ist, welche Änderungen in der neuen Version enthalten sind, kommt allerdings nicht zum Vorschein.

Im Programmmanager kann man in unterschiedlichen Kategorien die Pakete/ nach Alphabet durchsuchen. User Reviews, Kommentare oder Ranglisten fehlen gänzlich, was dem Ganzen einen sehr nüchternen Eindruck verleiht. Inwieweit OVI Store hier noch eine Rolle spielen wird (Kauf und Empfehlungen) kann man bis dato nur erahnen. Die Anzahl der verfügbaren haltet sich klarerweise noch in Grenzen. Finden kann man allerdings schon einiges Ausgefallenes – openSSH, xterm, dropbear ssh client, lightttpd oder auch ein wiicontrol (im Extras devel Katalog). Man erkennt an den vorhanden Paketen sehr klar die Herkunft aus der Linux Welt.

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Der uncharmante Programmmanager

Zum Abschluss darf ich den Ball wieder an Euch spielen liebe Leser. Was sind Eure Erwartungen an ein modernes Smartphone OS? Fühlt ihr Euch von den vorhandenen angesprochen, oder fehlen Euch wesentliche Helferlein?

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Artikel in der Serie “ Test”

  1. Medialer Spaß am N900
  2. : und die Apps
  3. Online mit dem N900

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